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KIRCHE 011bcDie Auferstehungskirche  nach ihrem Umbau seit 2001

Unten: Die Kirche nach ihrem Wiederaufbau 1961

 

auferstehung friedenstrasse 1970 2

Die Auferstehungsgemeinde wurde 1890 als Tochter der St.- Markusgemeinde abgezweigt. Sie erbaute ihre Kirche auf dem ehemaligen Armenfriedhof. Ihr Einzugsbereich gehörte zum typischen Berliner Osten. Aus ihrer lokalen Besonderheit ergab sich wohl auch, dass es nicht zuletzt die Frauen waren, die die Geschichte dieser Kirche schrieben. In den Zeiten des ersten Weltkrieges und der Weltwirtschaftkrise war es die Hilfe von Frauen für Frauen, die verzweifelten Mütter hier Unterstützung gab. Auch nach dem zweiten Weltkrieg ging die Auferstehungsgemeinde den Herausforderungen der Zeit nicht aus dem Weg. Der Wiederaufbau wurde begonnen und man lernte mit Provisorien zu leben. In den 80er Jahren machte die Gruppe „Frauen für den Frieden“ von sich reden. Es gab den Versuch offener Jugendarbeit für Randgruppen. Die legendären „Bluesmessen“ nahmen hier für Berlin ihren Anfang. 1992 zog die Gemeinde mit all ihren Aktivitäten, einschließlich des Gemeindebüros, unter das Dach der Kirche. Die Gemeinde will in ihrem wichtigsten Bauwerk präsent sein. Sie ist bemüht, ihre Arbeit für die Menschen im Wohngebiet transparent zu gestalten. Mit der ständigen Anwesenheit in der Kirche ging man einen wichtigen Schritt, um die Kirche für alle Interessierten zu öffnen.

Der Name Auferstehungs-Kirche soll auf eine Entscheidung Kaiser Wilhelm II. zurückgehen. Gedacht vielleicht auch als Hinweis auf die Toten, die hier nach christlicher Auffassung auf ihr Ostern warten. Baugeschichte Erbaut wurde die Auferstehungs-Kirche in den Jahren 1892-95 von dem Baumeister Menken nach Plänen von Baurat Blankenstein. Es entstand eine dreischiffige Hallenkirche von vier Jochen aus Backstein ohne Querschiff mit einem hohen Turm im Westen und zwei Nebentürmen. Der Bau ist gekennzeichnet durch Stilschwankungen zwischen der Romanik, in den Detailformen und dem gotischen Konstruktionsprinzip der Gewölbe und Strebepfeiler. Die Gewölbe sind durch schlanke eiserne Säulen gestützt, so dass der Blick auf den Altar und die Kanzel von allen Seiten frei ist. Große dreiteilige Fenster geben dem Raum Licht. Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg, 1943 und 1944, schwer beschädigt. Das Kirchenschiff war völlig zerstört, nur der Turm und seine Nebengebäude galten als noch brauchbar. In den Nachkriegsjahren gelang es, die Kirche in vereinfachter Form instand zusetzen. Die Turmfront blieb ohne die beiden Nebentürme und ohne den Helmaufsatz. Auf den Wiederaufbau der Giebel an den Seitenschiffen wurde ebenfalls verzichtet. Auch im Innern hat man den Kirchenraum vereinfacht. Von der Ausmalung Klinkas blieb nicht erhalten. Die Darstellungen des Alten Testamentes waren schon während der Zeit des Nationalsozialismus von Deutschen Christen aus der Kirche entfernt worden. Die Wiedereinweihung der Auferstehungskirche erfolgte 1961. Es war die letzte Ostberliner Kirche, die Bischof Dibelius vor dem Mauerbau 1961 einweihte. Zu Beginn der 90er Jahre begann das Bemühen um eine intensivere Nutzung der Kirche durch die Gemeinde. Ein erster Schritt war die 1992 begonnene Umgestaltung der beiden Turmkapellen und des Foyers zu Gemeinderäumen. Damit zog die Gemeinde mit all ihren Aktivitäten und mit der Küsterei in die Kirche ein.* Von 1993 bis 2002 erfolgte der Umbau des Kirchenschiffes in einen modernen Versammlungsraum. Hier und in vielen kleinen Räumen bietet das die Firma BESONDERE ORTE Umweltforum ein vielfältiges Forum für Messen, Tagungen, Workshops oder Seminaren.

http://besondere-orte.com/

Die Gemeinde hat sich auf die veränderte Nutzung eingestellt und kann die Vorteile eines technisch gut ausgestatteten Kirchsaals  nutzen. Der Gottesdienst findet, sonst in der Winterkirche, einmal monatlich, zu besonderen Anlässen und Festen in der “großen” Kirche statt. Die gemeinsame Nutzung eines Kirchengebäudes für gemeindliche und weltliche Zwecke mit dem Ziel der Belebung ist hier beispielhaft gelungen.

https://www.evangelisch.de/videos/91979/03-02-2014/zwischen-gottesdienst-und-galadinner

*Auszug aus einem Faltblatt des Berliner Kirchenkreises „City-Kirchen“ der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg. Kunstwerke

Das Altarbild von Inge Pape aus dem Jahr 1958 vor der Lichterwand. Ein hohes schlankes Kreuz im Kirchenschiff, der Altartisch und ein mobiles Taufbecken von Fritz Kühn.

Bemerkenswert: Die Kirche besitzt eine 3-manualige Eule-Orgel aus dem Jahr 1965

 

 

 

 

 

 

 

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